Vortragsabend mit Hans Joas zum Ende der Säkularisierungsthese

Vortragsabend mit Hans Joas zum Ende der Säkularisierungsthese

Vortragsabend mit Hans Joas zum Ende der Säkularisierungsthese

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Vortragsabend mit Hans Joas zum Ende der Säkularisierungsthese

Die Pfarrei St. Matthias Schöneberg und das Priesterseminar Redemptoris Mater des Erzbistums Berlin laden am Montag, 15. Juni 2026, um 19:30 Uhr zu einem öffentlichen Vortrag im Cardinal-Bengsch-Saal (Kolonnenstr. 38, 10829 Berlin-Schöneberg) ein. Als Referent spricht Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Joas, Ernst-Troeltsch-Honorarprofessor an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin und Komtur des Päpstlichen Ritterordens des heiligen Gregor des Großen. Sein Thema: „Was kommt nach der Säkularisierungsthese?"

Der Abend ist Teil der Vortragsreihe „Warum wir glauben – Wissenschaftlich. Theologisch“, die das Ziel verfolgt, auf drängende Glaubensfragen wissenschaftlich, theologisch und existentiell fundierte Antworten zu geben. Im Anschluss an den Vortrag sind alle Besucher zum Gespräch bei Getränken und Brezen eingeladen.

Über den Vortrag

Die klassische Säkularisierungsthese – die Annahme nämlich, Modernisierung führe zwangsläufig zum Niedergang der Religion – galt in den Geistes- und Sozialwissenschaften, aber auch in der allgemeinen Öffentlichkeit lange Zeit als unbezweifelbar. Das hat sich in den letzten zwei oder drei Jahrzehnten dramatisch verändert. Hans Joas hat durch seine Veröffentlichungen und Vorträge wesentlich zu diesem Wandel beigetragen. Was aber kann an die Stelle der überholten These treten? Wie haben wir uns in diesem Zusammenhang die Vorgeschichte der europäischen Säkularisierung genauer vorzustellen? Muß nicht heute an die Stelle einer unfruchtbaren Entgegensetzung von Glaube und Gegnerschaft zum Glauben ein Bündnis religiöser und säkularer Verfechter eines Ethos treten, das auf das Wohl aller Menschen zielt und nicht nur das Wohl der eigenen Nation?  Joas argumentiert, dass auch die These von einer schlichten „Wiederkehr der Religion“ den tatsächlichen Wandel nicht angemessen beschreibt. Sein Werk zeigt stattdessen, wie religiöse Erfahrung und säkulares Denken in einer pluralistischen Gesellschaft produktiv miteinander umgehen können. In Berlin, einer Stadt, die schon vor hundert Jahren zu den säkularisiertesten Orten der Welt zählte, verdienen diese Überlegungen höchste Aufmerksamkeit..

Über den Referenten

Hans Joas, geboren 1948 in München, ist Soziologe und Sozialphilosoph. Er ist Ernst-Troeltsch-Honorarprofessor an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin und ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er gilt als einer der führenden Religionssoziologen der Gegenwart und kennt nicht nur den deutschsprachigen Raum, sondern hat jahrelang in den USA gelebt und gelehrt, so 25 Jahre lang als Visiting Professor of Sociology and Social Thought an der University of Chicago.

Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zum Thema zählen „Glaube als Option. Zukunftsmöglichkeiten des Christentums“ (Herder, 2012), "Die Macht des Heiligen. Eine Alternative zur Geschichte von der Entzauberung" (Suhrkamp, 2017) sowie „Warum Kirche? Selbstoptimierung oder Glaubensgemeinschaft" (Herder, 2022) und zuletzt „Universalismus. Weltherrschaft und Menschheitsethos" (Suhrkamp, 2025). Joas wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Max-Planck-Forschungspreis (2015), dem Prix Paul Ricoeur (2017) und dem Preis für ein hervorragendes wissenschaftliches Lebenswerk der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (2022).

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