21/08/2026 0 Kommentare
Pater DDr. Federico Highton zu Besuch in St. Matthias
Pater DDr. Federico Highton zu Besuch in St. Matthias
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Pater DDr. Federico Highton zu Besuch in St. Matthias
Wir hatten die große Ehre, Pater Federico Highton zehn Tage lang in Deutschland und in St. Matthias zu Gast zu haben. Er ist ein unermüdlicher argentinischer Priester und Missionar, der ständig von einem Ort zum anderen auf der ganzen Welt unterwegs ist, um das Evangelium an die entlegensten Orte der Welt zu bringen. Er wurde 1980 in Buenos Aires geboren und 2012 zum Priester geweiht.
Valentina Torrado: Herzlich willkommen in Deutschland! Sie gehören zum Orden des Heiligen Elias – Orden San Elías. Wozu dient er, was ist seine Spiritualität?
Pater Federico Highton: Der Orden San Elías wurde vor 10 Jahren gegründet und am 3. Februar 2016 von der Kirche offiziell anerkannt, und zwar auf der indischen Seite des tibetischen Plateaus. Wir wurden gegründet, um den heiligen katholischen Glauben mit der heldenhaftesten Parrhesia zu verkünden. Parrhesia ist ein griechisches Wort und bedeutet Mut oder Furchtlosigkeit – jenen Mut, der keine Angst hat vor denen, die den Körper töten können. Genau mit dieser Parrhesia haben der Herr und die Apostel gepredigt, wie uns das Evangelium zeigt. Wir konzentrieren uns auf zwei Arten des Apostolats: die Missionen ad gentes, nämlich dorthin zu gehen, wo es keine oder nur sehr wenige Christen gibt, um die Kirche mit großem Freimut zu pflanzen, und die kulturelle Gegenrevolution, die sich auf die Verteidigung der Wahrheit des Evangeliums gegen den modernen Relativismus konzentriert. Letztlich geht es darum, dass Gott maximal verherrlicht werde.
Wie viele laufende Missionen hat die Orden San Elías derzeit?
Im Moment führen wir mehrere Missions-Expeditionen durch: im Himalaya, in Indochina, in der muslimischen Welt, im Amazonasgebiet sowie im subsaharischen Afrika. Unser Hauptzentrum befindet sich in Ecuador, im ecuadorianischen Bergland. Von dort aus brechen wir immer wieder zu den verschiedenen Missionen auf.
Die extremste Mission ist die Befreiung von Christen, die in Pakistan in Sklaverei leben. Wie haben Sie von dieser Situation erfahren?
Der Auslöser war die Taufe einer muslimischen Konvertitin, die ich heimlich vollzogen habe. Kurze Zeit später las ich in der spanischen katholischen Online-Zeitung Infocatólica einen Bericht über eine Christin in Pakistan namens Rashida Bibi. Sie war von einem Muslim entführt und brutal verstümmelt worden – man hatte ihr die Nase und andere Körperteile abgeschnitten. Ich erzählte der gerade von mir getauften jungen Frau von diesem Fall. Sie sagte zu mir: „Wenn sie herausfinden, dass ich mich habe taufen lassen, kann mir dasselbe passieren.“ Diese Worte haben mich tief berührt. Daraufhin habe ich einen umfangreichen 50-seitigen Bericht über die Situation der christlichen Sklavinnen in Pakistan gelesen. Dabei verspürte ich eine starke innere Regung, die ich als Eingebung des Heiligen Geistes erkannte. Ich fühlte mich klar dazu aufgefordert, etwas zu unternehmen, um diesen christlichen Sklavinnen zu helfen und sie zu befreien. Und so hat alles begonnen.
In Pakistan arbeiten Tausende Christen in Ziegelöfen wie Sklaven. Bisher konnten 253 von ihnen gerettet werden. Wie genau werden sie befreit und wem gehören die Ziegelöfen?
In Pakistan sind heute Tausende Ziegelöfen in Betrieb. Es sind muslimische Unternehmer, die Land kaufen, die Öfen errichten und dort Menschen versklaven. Sie nutzen vor allem die Not und den Hunger der Menschen aus – besonders in der Regenzeit. Viele Christen finden niemanden, der ihnen hilft. Wenn sie dann einen kleinen Kredit von nur fünf Dollar aufnehmen, um Essen zu kaufen, geraten sie durch extreme Wucherzinsen in eine lebenslange Verschuldung. Sie kommen aus dieser Schuldenfalle nie mehr heraus. Es gibt drei Hauptformen der Sklaverei, die ich kenne: Sexuelle Sklaverei, allgemeine Sklaverei und Sklavenarbeit in Ziegelfabriken, auf den Feldern und in den Kohleminen. In den Kohleminen kommt es immer wieder vor, dass die Minen einstürzen – mit den Sklaven, die sich darin befinden.
Wir begleichen die Schulden, genau gesagt, wir kaufen die Menschen, auch ganze Familien mit Kindern. Eine ganze Familie mit Kindern und Großeltern kostet zwischen 500 -1500 Dollar. Es gibt eine Preisliste und wir müssen verhandeln. Danach bringen wir die Opfer aus dem Sklavenlager und damit sie ein neues Leben beginnen können, bauen wir derzeit ein eigenes Viertel für sie auf. Dieses Projekt heißt „Pax“. Unser Ziel ist es, ein Viertel zu schaffen, in dessen Mitte Jesus Christus steht. Es wird ein Kloster, das Haus des Priesters und natürlich Wohnungen für die Familien geben. Der Bischof hat das Projekt gesegnet. Die Mauern wurden bereits hochgezogen. Diese Mauern sind sehr hoch, denn Terrorgruppen haben uns bereits gedroht, das ganze Viertel innerhalb von 48 Stunden niederzubrennen.
Was sind die größten Gefahren in so eine Rettungsmission?
Die Gefahren sind vielfältig. Eine der größten ist die ständige Bedrohung durch sogenannte „lynching mobs“ – wütende Menschenmengen, die jemanden einfach lynchen, indem sie ihm Blasphemie vorwerfen. Oft brauchen sie nicht einmal einen echten Grund; sie wollen einfach töten. Wenn man nach Pakistan geht, um christliche Sklaven zu befreien, kann man jederzeit Opfer eines solchen Lynchmobs werden. Das ist eine Art permanenter Gefahr, die dort immer mitschwingt. Hinzu kommen über 40 aktive Terrorgruppen. Auch wenn der Staat das offiziell nicht will, sind sie dennoch präsent. Und dann gibt es die Mafias, die die Sklaven kontrollieren. Obwohl Pakistan internationale Verträge gegen Sklaverei unterzeichnet hat, existieren de facto etwa zwei Millionen Sklaven. Die Mafias haben natürlich kein Interesse daran, ihre Sklaven zu verlieren oder öffentlich bloßgestellt zu werden.
Das sind die hauptsächlichen Risiken, mit denen wir dort rechnen müssen.
Zum Abschluss möchte ich einen Blick auf die deutsche Landschaft werfen, also auf die Situation der Kirche in Deutschland. Denken wir an den umstrittenen Synodalen Weg, die täglichen liturgischen Experimente, den Mangel an Berufungen, den Glaubensverlust… Auch Deutschland ist ein Ort, an dem eine dringende Neu-Evangelisierung erforderlich ist. Welche Botschaft der Hoffnung hinterlassen Sie den katholischen Gläubigen in diesem Land?
Heute erleben wir in Europa und Amerika eine echte Welle von Bekehrungen zum katholischen Glauben. Besonders viele junge Menschen haben genug vom Nihilismus, Relativismus, der Dummheit von Ideologien, sinnlosen Moden und Eitelkeiten. Wenn wir die Welt wirklich evangelisieren wollen, dann müssen wir den Seelen – besonders den Jugendlichen – das authentische Evangelium anbieten, ohne Verwässerung und ohne Verfälschung. Wir müssen die Liturgie so feiern, wie es das Messbuch vorschreibt. Und dies bieten wir mit dem Mut der Apostel an – mit dem gleichen Mut, des heiligen Bonifatius und seiner Axt, nicht mit Ideologie.
Der Synodale Weg wird von vielen Bischöfen mit guter Absicht vorangetrieben. Sie glauben, dass, wenn sie die Strukturen der Kirche nicht radikal an die Mode der modernen Welt anpassen, die Menschen sich dann noch mehr entfernen. Sie merken es nicht. In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt.
Wenn wir die Menschen anziehen wollen, müssen wir keine Anpassung des Evangeliums an die moderne Welt machen. Wir müssen einfach das Evangelium ohne Glosse predigen, klar, die Wahrheit selbst.
Klar, es gibt eine enorme Hoffnung, weil schon ein einziger Deutscher, einer mit katholischem Glauben, auch wenn er keinen einzigen Cent hat, auch wenn er nicht sehr intelligent ist, aber wenn er Gott wirklich liebt, dieser eine Deutsche Zeuge des katholischen Glaubens an Jesus Christus vor dem ganzen Land sein wird und Gott ihn benutzen wird, um viele Seelen in den Himmel zu ziehen. Niemand in einer so dramatischen Situation, dass er nicht ein Prophet Gottes sein kann.
Durch die Taufe sind wir alle Propheten. Das bedeutet: Wir sind berufen, Zeugen des Evangeliums zu sein. Der Schlüssel ist Mut – Mut, die Wahrheit klar zu sagen, die Wahrheit nicht zu verfälschen und sich nicht den Moden anzupassen, und sei es um den Preis des eigenen Lebens. Man muss lieber sterben, als das Evangelium zu verformen, als ein anderes Evangelium zu predigen. Man muss das authentische Evangelium predigen, das des Jesus Christus. Und nun, und wenn wir das tun, werden sich viele Menschen Gott nähern.
Dieser Text ist eine Kurzfassung eines längeren Interviews, das von Valentina Torrado auf Spanisch/Deutsch für Bonifatius TV geführt wurde. Die deutsche Übersetzung stammt von Philipp Dunkel.
Weitere Informationen zu den Missionen des Ordens San Elías finden Sie hier:
/Valentina Torrado
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